Das Jüdische Museum hat seine neue Dauerausstellung eröffnet. Besucherinnen und Besucher können die Geschichte der Juden in Deutschland vom Mittelalter bis heute multimedial und interaktiv verfolgen und Einblicke in die Vielfalt jüdischer Kultur gewinnen. Außerdem lassen sich die Achsen im Untergeschoss des Libeskind-Baus mit dem Garten des Exils und der Installation „Gefallenes Laub“ von Menashe Kadishman im Leeren Raum der Erinnerung neu entdecken.

Öffnungszeiten

Montag 10:00 – 19:00
Dienstag 10:00 – 19:00
Mittwoch 10:00 – 19:00
Donnerstag 10:00 – 19:00
Freitag 10:00 – 19:00
Samstag 10:00 – 19:00
Sonntag 10:00 – 19:00

Das Gebäude selbst

Das Jüdische Museum Berlin ist zwei Gebäude in einem: das barocke Kollegienhaus, ein ehemaliges preußisches Gerichtsgebäude, und Daniel Libeskinds zinkverkleideter Erweiterungsbau, dessen Zickzack-Grundriss und aufgeschlitzte Fensteröffnungen 2001 eröffnet wurden. Beide sind unterirdisch verbunden, nicht oberirdisch — ein bewusstes architektonisches Argument und der Grund, warum sich langsames Schauen hier lohnt.

Was es zu sehen gibt

  • Der Garten des Exils — neunundvierzig Betonstelen auf abschüssigem Grund, bepflanzt mit Ölweiden. Die Neigung ist beabsichtigt und desorientierend.
  • Der Holocaust-Turm — ein unbeheizter Betonraum, erhellt nur von einem Schlitz nahe der Decke.
  • Der Memory Void — Ort von Menashe Kadishmans Installation Schalechet (Gefallenes Laub), tausende Eisengesichter auf dem Boden.
  • Die Dauerausstellung — 2020 wiedereröffnet, erzählt sie jüdisches Leben in Deutschland vom Mittelalter bis heute anhand von Objekten, Zeugnissen und interaktiven Stationen.

Fotografieren hier

Die Außenarchitektur ist das stärkste fotografische Motiv: Die Zinkhaut wechselt bei bedecktem und direktem Licht komplett den Ton, und die Fensterschlitze ergeben aus der Nähe harte, grafische Kompositionen. Innenaufnahmen sind stellenweise eingeschränkt und die Regeln ändern sich mit der Ausstellung — fragen Sie am Eingang nach, statt es anzunehmen.

Eines sei klar gesagt: Dies ist ebenso Gedenkort wie Museum. Es ist keine passende Kulisse für feierliche Porträt-Sessions, Verlobungsshootings oder Modeaufnahmen. Fotografieren Sie die Architektur, nicht eine Pose davor.

Besuch

Das Museum liegt in der Lindenstraße in Kreuzberg, wenige Gehminuten vom Hallesches Tor. Planen Sie allein für die Dauerausstellung mindestens zwei Stunden ein. Weitere architektonische Motive der Stadt finden Sie in unserem Museumsinsel-Ratgeber.

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